Keine Fusion - professionelle Zusammenarbeit bündeln

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Kurz und knapp ist dies das Fazit einer Informationsveranstaltung für die politischen Gremien und Mitarbeiter der Gemeinde Wohratal und der Stadt Rauschenberg zur geplanten Verwaltungsgemeinschaft am Mittwochabend.

Mit hochqualifizierten Referenten konnten unsere beiden Bürgermeister Peter Hartmann und Michael Emmerich aufwarten. Die Bürgermeister der der Gemeinden Allendorf (Eder), mit etwa 5500 Bürgern und Bromskirchen mit etwa 1900 Bürgern berichteten von ihren Erfahrungen aus den letzten Jahren. Dabei skizzierte Herr Bgm. Claus Junghenn (Allendorf/Eder) kurz aus dem alltäglichen Leben der Verwaltungsarbeit. Viele Synergieeffekte, das heißt, dass die positive Wirkung, die sich aus dem Zusammenschluss oder der Zusammenarbeit zweier oder mehrerer Organisationen ergibt, schon seit Beginn auch von der Bevölkerung zu spüren war. So konnte z.B. ein Allendorfer, der in Bromskirchen arbeitet, seinen Reisepass während seiner Mittagspause auch in Bromskirchen beantragen und musste nicht extra in das 10 km entfernte Allendorf. Auf die Frage, wie die Bevölkerung der beiden Gemeinden die Zusammenarbeit aufnehmen, antwortete Herr Junghenn, dass diese in erster Linie eine moderne, gut funktionierende, effiziente und günstige Verwaltung erwartet, und diese nun gewährleistet ist.

Herr Karl-Friedrich Frese, mittlerweile  ehrenamtliche Bürgermeister von Bromskirchen verdeutlichte mit Hilfe einer PowerPoint Präsentation die Geschichte des Zusammenwachsen der Verwaltungen und der sich daraus gewachsenen finanziellen aber auch die personellen Vorteile. So konnten viele, gerade vom Bürger stark nachgefragte Dienststellen, doppelt besetzt werden, ohne eine Erhöhung der Personaldecke. Einsparungen von etwa 180 000 Euro wurden alleine durch das  Zusammengelegen der EDV und von Lizenzrechten erzielt. Aber auch das Land Hessen unterstützt diese Zusammenschlüsse mit bis zu 750 000 Euro. Bisher flossen 600 000 Euro vom Land, die u.a. in den nun gemeinsam betriebenen, aber an zwei Standorten befindlichen Bauhof investiert wurden.  Weitere Einsparungen erfolgten dadurch, dass die hauptamtlich Bürgermeisterstelle von Bromskirchen in eine ehrenamtliche überführt wurde.

Wichtig zu erwähnen ist:

·         beide Stadtparlamente behalten ihre Gestaltungsfreiheit;

·         die Zusammenarbeit erfolgt nur auf der Verwaltungsebene;

·         eine Fusion, und die damit verbundenen Konsequenzen, ist zurzeit nicht beabsichtigt.

Letztlich kann man es sich in etwa so vorstellen. Die Verwaltungen beider Gemeinden wurden in einer größeren Organisation zusammengebunden. Aus diesem Pool werden die Mitarbeiter je nach Ausbildungsstand und Bedarf den jeweiligen Fachgebieten zugeordnet. Die Mitarbeiter sind dann nicht mehr bei der jeweiligen Gemeinde, sondern Mitarbeiter der Verwaltungsgemeinschaft. Die Hauptverwaltung befindet sich in Allendorf (Eder) und eine Außenstelle in Bromskirchen. In Bromskirchen befinden sich das Personalamt und ein Bürgerbüro, in der man seinen Personalausweis, Reisepass etc. verlängern oder auch alle Anträge abgeben kann. Weiterhin ist der Standort des Bauhofes dort, wobei auch hier die Mitarbeiter intern je nach Bedarf ihren Dienstort wechseln. Alle anderen Verwaltungseinheiten befinden sich in Allendorf.  Aber auch hier gilt. Die Bürger von Bromskirchen können einen Termin in ihrer Gemeindeverwaltung vereinbaren. So wird der Bauamtsleiter natürlich nach Bromskirchen fahren und dort die Bürger genauso gut beraten wie in Allendorf. Wichtig hierbei ist es, dass der Bürger keine zusätzlichen Wege gehen muss. Dienstleistung wird groß geschrieben. Beide Gemeinden stellen je nach Bevölkerungszahl die nötigen Gelder der Verwaltungsgemeinschaft zur Verfügung.

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Auch Wohratal und Rauschenberg, die ähnliche Bevölkerungszahlen aufweisen, können gemeinsam einen ähnlichen Weg gehen. Ein großer Vorteil gegenüber einer Fusion, also einer Gebietsreform, ist hierbei, dass beide Gemeinden weiterhin ihre Eigenständigkeit und ihre Finanzhoheit behalten. Die jeweiligen politischen Gremien  werden weithin eigenverantwortlich für ihre Bürger beschließen, wohin das Geld fließt und dann anstatt ihrer jeweiligen eigenen Verwaltung, der Gesamtverwaltung den Auftrag erteilen.