Lebendiges Fachwerk Rauschenberg

Arbeiten mit Lehm

2016 gab es zwei Lehmseninare. 26 Kurdteilnehmerinnen und Kursteilnehmer aus der Region wurde das Arbeiten mit Lehm, das Sanieren alter Fachwerkgebäude, näher gebracht.

Auf vielfachen Wunsch werden hier die Rezepturen aus alter Zeit veröffentlicht:

 

500gr Biosilkon

Man nehme:

·         5 Eier

·         150ml Leinöl kaltgepresst

·         250 ml Quark min. 3,5% oder Schmand

·         2 Esslöffel Apfelessig naturrein

·         Hanf als Träger

Eier, Quark, Essig und Leinöl gut quirlen bis eine homogene Masse entsteht. Als Träger kommt Hanf oder Leinfaser zum Einsatz. Hanf und Biosilikon vermischen und mittels Spachtel oder Messerklinge  in Ritze oder Löcher einbringen und bündig  mit Putzabschluss bringen. Mit Fingern verstreichen, damit keine Lücke entsteht.

Lehm für Aufbau

Abbruchlehm von alten Gefachen mit Rohlehm und Wasser so versetzen, das eine Griesbrei-ähnliche Masse entsteht. Dieser Lehm wird mindestens 6 Wochen gewässert stehen gelassen bis er modrig/faulig riecht. Eine Kelle ungelöschter Kalk kommt auf etwa 10 Kg Lehm. Mit diesem Lehm Stickestecke oder Holzspließe sowie Strohlehmwickel aus langfasrigen Gerstenstroh hergestellt, einschlämmen oder in das Gefach einbringen. Mit diesem Lehm können auch Steine hergestellt werden. Hier müssen aber dann noch Strohabschnitte mit eingearbeitet werden. Bitte darauf achten, dass der Aufbaulehm genügend Zeit zum Austrocknen hat. Es besteht sonst die Gefahr einer Schimmelbrücke. Pro Woche etwa 1-2cm Trockenzeit. Nie mehr als etwa 3 cm aufbringen.

Erster Unterputz

Feinlehm mit Stohhäcksel  1-3 cm und Wasser ca. 1 cm pro Tag aufbringen. Ca. 2-3 cm gesamt. Bitte an die Riffel mit den Fingern oder der Kelle denken, damit der Oberputz sich verbinden kann.  Mit den Quast die vorherige Schicht immer benetzen.

Oberputz

·         5 Eigelb auf 20 kg Feinlehm

·         200ml Leinöl

·         250gr Schmand / Quark (3,5% min.)

·         Wasser bis die Masse puddingartig wird.

·         Gehäckseltes Stroh (3-5cm)

1,5-2cm stark ist die letzte Schicht, die mit der Kelle oder dem Kletteisen aufgebracht wird. Diese Schicht wird zu den unteren Rändern Schräg auf die Ecken zulaufend geputzt. Oben sollte der Putz 5 mm im Balken sein und unten mit der über den Balken, damit der Regen ablaufen kann. In diese Fläche kann dann der oberhessische (Marburger) Kratzputz eingebracht werden. Es können aber auch die Gefache mit einer Quark/Kalkfarbe/Leinölfarbe angemalt werden.