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Veranstaltungskalender

November 2017
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Grußwort des Bürgermeisters

Bürgermeister Michael Emmerich

 

Liebe Internetnutzer, ich heiße Sie herzlich Willkommen auf den Seiten der Stadt Rauschenberg, der Familienstadt mit Herz. Weiter

Der Windpark zu Rauschenberg

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Seit Ende letzten Jahres wird der zukünftige Windpark auf dem „Roteküppel“ gebaut. Zurzeit herrscht aber aufgrund der niedrigen Temperaturen und der Schneelage wenig Treiben auf der Baustelle. Der Beton kann bis zu einer Temperatur von -5°C eingebracht werden, da es aber tiefen Frost mit bis zu -16°C gab, muss auf ein Ansteigen der Temperaturen und auftauen der Baustelle gewartet werden. Das gibt uns Gelegenheit einmal das Entstehen eines solchen Projektes näher zu beleuchten.

Zu Grunde liegt  eine gemeinsame Absichtserklärung von Magistrat der Stadt Rauschenberg und der Firma Krug Immobilien GmbH & Co KG vom 17.07.2013. Hier wurde die Planung von 5 Windenergieanlagen, die Übernahme von 1 bis max. 2 Windenergieanlagen durch die Stadt Rauschenberg oder einer Betreibergesellschaft, die Planung unter Berücksichtigung der bestehenden Waldstrukturen, der Bau der Windenergieanlagen (WEA) überwiegend am Hauptwegenetz und der finanzielle Ausgleich der WEA untereinander beschlossen.

In ganz Hessen wurden in den letzten Jahren sogenannte Vorrangflächen ausgewählt. Hier wurde einzig darauf geachtet wieviel Wind im Jahresdurchschnitt weht und ob dieser ausreicht, eine oder mehrere Windkraftanlagen anzutreiben. Weitere Untersuchungen folgten, so wurden Tierschutz- und Denkmalschutzaspekte mit einbezogen.

Im Verlauf der Planung und zur Erreichung der Genehmigung des Windparks haben Stadt und Projektierer gemeinsam den Verzicht eines Standortes erklärt, in dessen Sicherheitsabstand in 2014 ein Uhu gebrütet hat. Viele Umplanungen waren nötig, um sowohl den Sicherheitsabstand zum Uhunest als auch zur Wasserschutzzone zu gewährleisten. Weitere Sonderuntersuchungen aufgrund von Hinweisen vor Ort hinsichtlich eines vermuteten Haselmausvorkommens und der Denkmalschutzbehörde für eine Sichtfeldanalyse der Windenergieanlage (WEA)  waren zu Rathaus, Kirche und Schlossruine nötig. Nun wurden alle Beteiligte, dies sind u.a. die Stadt Rauschenberg, die Stadt Kirchhain, das Forstamt Burgwald – Revierförsterei Rauschenberg, das Forstamt Kirchhain und die Privatbesitzer der Grundstücke entlang der Kabelstrecke sowie der Firma Krug, an einen Tisch geholt um die Planung mit diesen zu Besprechen. Von Anfang an stellte sich die Zusammenarbeit mit allen Beteiligten angenehm und kooperativ dar.  Eine neue Zufahrt wurde angelegt um den LKW’s genügend Platz zum Rangieren zu gewährleisten und das erste Fundament für WEA1 ist gegossen, für die WAE4 wurden die Eisen gebunden und bei der WAE2 ist dieser Bauabschnitt im vollen Gange. Das Ziel mit der Fertigstellung bis Ende April der fünf Anlagen ist aber zurzeit nicht gefährdet.  Durch die fünf Windkraftanlagen wird zukünftig so viel Strom erzeugt wie 10.000 Haushalte im Jahr verbrauchen. Dies ist ein weiteres Mosaiksteinchen der ersten Bioenergiestadt Deutschlands für ein besonders lebenswertes Rauschenberg.

Eigentum verpflichtet – Grenzen sind einzuhalten

 

Die Stadt Rauschenberg hat in den letzten beiden Jahren zwei Feldwege verlegen müssen, da sich die Lage der Feldwege aus verschiedenen Gründen verschoben hatte und sich nun große Teile der Wege auf Privatbesitz befanden.

Nachdem die Wege durch ein Vermessungsbüro neu eingemessen waren, wurden diese mit großem Aufwand durch den Bauhof verlegt. Die Kosten hat die Stadt Rauschenberg alleine getragen.

Anderseits ist den Mitarbeitern der Stadt Rauschenberg bereits mehrfach aufgefallen, dass Wege, insbesondere Banketten, nicht mehr die Breite haben, die sie laut Kataster haben müssten. Landwirte pflügen teilweise Banketten um und nutzen diese städtischen Flächen zum Anbau von Feldfrüchten. Banketten haben einen hohen naturschutzfachlichen Wert. Sie dienen größtenteils als Rückzugsfläche für Kleintiere und sind daher ein wichtiger Bestandteil für einen guten Artenschutz.

Wir bitten daher die Bewirtschafter der landwirtschaftlichen Flächen darauf zu achten, dass die Grenzen eingehalten werden. Wir werden die Einhaltung der Grenzen ab diesem Jahr verstärkt kontrollieren, hoffen aber darauf, dass die Grenzen freiwillig eingehalten werden.

Der Magistrat der Stadt Rauschenberg

Michael Emmerich

Bürgermeister

Wenn das liebe Geld nicht wär

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So oder so ähnlich könnte man die Museumsberatung von Frau Bernadette Gorsler, Vertreterin des hessischen Museumsverbandes beschreiben, die das traditionelle Stadtmuseum mit der fast 100jährigen Geschichte in den letzten Tagen besuchte.

Bei einer gemeinsamen Begehung konnte sich Frau Gorsler einen Eindruck über unser Museums verschaffen. Im anschließenden Gespräch bestätigte sie, dass die neuen Ideen für etwaige  Schwerpunkte des Museums die eines neuen zeitgemäßen Museums sind. Nach einen kurzen Blick in die Datenblätter zeigte sie sich erstaunt über fachgerechte Dokumentation und erklärte diese als ausreichend. Damit zukünftig auch die Besitzverhältnisse der einzelnen Objekte festgehalten werden, übereichte uns die Museumsberaterin ein Eingangsbuch, in dem nach abwägen der zukünftigen Museumsbetreuer die gespendeten oder geliehenen Ausstellungsstücke ein aber auch ausgetragen werden. Hierzu wird Herr Daniel Heimbach verschiedene Hilfsmittel ausarbeiten, die eine zielorientierte, moderne Museumssammlung ausmacht.

Das Museum entspricht zurzeit eher einer Sammlung von Gegenständen vergangener Zeiten mit dem Schwerpunkt auf dem letzten Jahrhundert. So gibt es alleine 10 Bügeleisen, die auf dem Ofen erwärmt und dann benutzt wurden. Drei Spinnräder, keines verwendbar, oder aber eine größere Anzahl von Schreibmaschinen zeigen einen weiteren Problempunkt auf, es gibt kein Depot. Frau Gorsler gab den Tipp, dass ein Depot dem Museum helfen würde. Sobald ein Depot zur Verfügung steht könnten die inventarisierten Objekte mit großer Vorsicht gereinigt und verpackt werden, auch sollten nicht 10 Objekte eingelagert werden, sondern nur 2 oder 3.

Nachdem die bisherigen Kooperationen abgefragt wurden, befürworteten alle Beteiligten die Wiederaufnahme der aktiven Kommunikation mit dem Museumsverband.

Ein wichtiges Thema der Museumsberatung war eine neue Dauerausstellung. In dieser Thematik wurden Punkte wie die Zielgruppen der Ausstellung besprochen.

Frau Gorsler könnte sich die Bereitstellung von freiberuflichen Kulturwissenschaftlern und Historikern als erste Förderungsmöglichkeiten vorstellen. Es wurden hilfreiche Informationen gegeben, so kann das Museum mit etwas Glück schon demnächst Hilfe für die Bestandssicherung erhalten. Erklärt wurde auch, dass sobald ein Konzept für die neue Dauerausstellung vorliegt, Anträge auf  finanzielle Unterstützung des Museums eingereicht werden können. Diese sind aber auch von Nöten. Fast alle textilen Ausstellungsstücke sind in einem sehr bedenklichen Zustand und fangen an zu verfallen. Auch die alte Bemalung des einstigen Feuerwehrwagens bedarf einer gründlichen Restaurierung. Es genügt nicht, Objekte einfach nur in einen trockenen Raum zu stellen sondern diese müssen umhegt und gepflegt werden. Ähnlich sieht es mit den Trachten und dem Rauchenberger Zimmer aus. Jahrzehntelange Verwahrung der Ausstellungsobjekte trugen auch hier dazu bei, dass langsam aber sicher diese sich auflösen. Alleine die Rettung einer Tracht kann leicht einen vierstelligen Betrag kosten. Auch hier sollte daher auf eine exemplarische Eingrenzung der Ausstellungsstücke Wert gelegt werden.  

Sowohl die erfahrene Museumsberaterin als auch die Vertretung des KVR’s, der IG Schloßberg und der Stadtverwaltung sind sich einig das demnächst viele kleine aber vor allem neue Schritte gegangen werden müssen.

Wer Lust hat, diese Schritte zu begleiten und sich bei der Neuausrichtung des Museums mit einbringen möchte, wendet sich bitte an Herrn Jörg Näther, Telefon 06425 923929 oder per Mail an Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

Ein jeder Weg beginnt mit dem ersten Schritt – aber manchmal wird man auch mitgenommen

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Auf großes Interesse stieß die erste Veranstaltung zum Thema E-Mobilität und Carsharing in Rauschenberg. 31 Interessierte aus den Stadtteilen und der Kernstadt fanden Ihren Weg in die Kratz’sche Scheune. Herr Michael Schramek aus Jesberg, Geschäftsführer des Mobilitätsberatungsunternehmens EcoLibro GmbH sowie Vorstand vom „Netzwerk intelligente Mobilität e.V. (NiMo)“, führte durch den Abend. Zu Anfang stand ein kleiner Abriss über die aktuelle Technik bei E-Mobilität. Heutige moderne Elektroautos, und hier ist nicht nur der Tesla gemeint,  haben bereits eine Reichweite von 300 bis 400 km und können an Schnellladestationen innerhalb von 30 Minuten wieder aufgeladen werden. Ölkonzerne, auch von der Arabischen Halbinsel, investieren immer häufiger in erneuerbaren Energien und fahren ihr Kerngeschäft zurück. „Wir befinden uns in einem weltweiten enormen Umbruch hin zu einer elektromobilen Gesellschaft“, so Herr Schramek. In den nächsten 10 Jahren werden diese Veränderungen immer stärker von Bedeutung werden. Selbstfahrende Autos und Busse halten Einzug in Städte und dem flachen Land. Die deutsche Bahn experimentiert mit selbstfahrenden kleinen Buseinheiten für bis zu neun Passagiere, die dann schneller getaktet auch auf dem flachen Land eine lohnende Alternative darstellen können. Die Welt wird sich in den nächsten Jahren diesbezüglich schnell verändern, so das Fazit.

Im nächsten Abschnitt wurden die bestehenden Carsharingmodelle vorgestellt. Jesberg hat hier ein sehr breit gefächertes Angebot, angefangen von Mitfahrerbänken, Pedelecs (Elektrofahrräder), elektrische Lastenfahrräder bis hin zu den beiden Carsharingfahrzeugen.

Getragen wird dieses Beispiel durch den Verein „Vorfahrt für Jesberg“. Die Fahrzeuge und die Logistik sind angemietet, bzw. werden durch Firmen bereitgestellt. In Deutschland dürfen nämlich gemeinnützige Vereine keine eigenen Fahrzeuge vermieten. Weitere Modelle wurden vorgestellt, u.a. auch „schöner mobil“ aus Schönstadt. Das Rauschenber in dieser Thematik nicht alleine steht zeigen Initiativen wie in Caldern oder Gemünden, die sich wie wir Rauschenberger in der Informationsphase befinden.

Im letzten Teil der Abendveranstaltung ging es darum einen IST-Stand in Rauschenberg herauszuarbeiten. Nun war jeder Einzelne mit seinem Wissen gefragt. Wie steht es mit dem ÖPNV, der Infrastruktur oder der Bereitschaft jedes Einzelnen sich auf Carsharing und Elektromobilität einzulassen.

Die Herausforderung für Rauschenberg besteht darin, die Möglichkeiten für eine flächendeckende Lösung für Rauschenberg zu erarbeiten. Die an diesem Abend zusammengetragenen Informationen werden nun durch EcoLibro ausgewertet und den Teilnehmern zu Verfügung gestellt. Die 3,5 Stunden haben sich gelohnt, so der Tenor der hochmotivierten Teilnehmer.

In den nächsten Wochen wird es eine Onlineumfrage zum Thema „Fahrverhalten – wann fahre ich Auto“ geben. Die Umfrage wird durch die Stabstelle Umwelt und Klimaschutz des Landkreises durchgeführt. Unter allen Teilnehmern wird eine Fahrt mit einem Tesla verlost.

Um ein Carsharing / Mobilitätssystem für Rauschenberg zu entwickeln ist für die nächsten Wochen eine weitere Veranstaltung zu diesem Thema in Rauschenberg geplant.

Sollte auch Ihr Interesse an diesem Themenbereich geweckt worden sein, so ist Ihr Ansprechpartner in der Stadtverwaltung Herr Jörg Näther, Telefon: 06425 923929 oder per E-Mail: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!.   

Gefahr im Wald nach Sturm und Nassschnee

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Der Hessische Waldbesitzerverband fordert die Bevölkerung auf, heute und in den kommenden Tagen den Wald zu meiden. Der Sturm "Egon" hat überall einzelne Bäume angedrückt. Solche schrägstehenden Bäume können auch in den nächsten Tagen jederzeit umstürzen.  In den Baumkronen hängt nasser und schwerer Schnee. Unter der Last brechen immer wieder Äste ab, fallen zu Boden oder bleiben in der Baumkrone hängen. Auch in den kommenden Tagen können sich aus den Baumkronen abgebrochene Teile lösen und unverhofft aus großer Höhe zu Boden stürzen. Herabstürzenden Baumteile sind lebensgefährlich.

Die Waldbauern und Förster werden nach dem Ende des Schneesturms die Wälder begutachten und als erstes für die Verkehrssicherung an öffentlichen Wegen und Strraßen sorgen. Zunächst werden umgestürzte Bäume und abgebrochene Kronen beseitigt und umsturzgefährdete Bäume gefällt. Erst dann werden an Hauptwanderwegen im Wald Gefahren durch sturmgeschädigte Bäume beseitigt. Die Aufräumarbeiten im Wald können einige Tage dauern. Aus Sicherheitsgründen können Waldwege mit Schildern und Trassierbändern für einige Tage gesperrt werden. Erholungssuchende werden gebeten, Wegesperrungen unbedingt zu beachten. Die hessischen Waldbesitzer und Förster wünschen sich, dass sich in der Bevölkerung von selbst mehr Sensibilität und Verständnis für die Folgen und Gefahren solcher Naturereignisse entwickelt.


Ansprechpartner: Christian Raupach 0172-7803829

Hessischer Waldbesitzerverband e. V.
Hauptgeschäftsstelle
Taunusstraße 151
61381 Friedrichsdorf
Telefon: 06172/7047, Fax: 06172/599253
Bitte antworten an: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

Neuer Schwung für das alte Museum

Museum 2017Daniel Heimbach, 22 Jahre alt, studiert an der Hochschule für Technik und Wirtschaft Berlin Museumskunde. Für seine Praxisphase des Studiums ist er nach Rauschenberg gekommen um hier im Rahmen eines Praktikums im städtischen Museum die Möglichkeiten einer Neuausrichtung zu prüfen. Ziel ist es in Rauschenberg für das beinahe hundertjährige Museum ein neues und modernes Konzept zu erarbeiten.

Dieses Konzept setzt sich aus mehreren Teilkonzepten zusammen, so wird zum Beispiel ein Sammlungskonzept erstellt. Der Sammlungsschwerpunkt des Rauschenberger Museums sind Handwerksobjekte aus verschiedenen Jahrhunderten, außerdem die Teilsammlungsbereiche der Wohnkultur und der Landwirtschaft.

Von besonderer Bedeutung für die Sammlung sind die Sammlungsteilbereiche der Rauschenberger bzw. hessischen Trachten und der Objekte mit stadtgeschichtlichem Bezug.

Die Sammlung selbst weist einen hohen Grad an Vielfältigkeit auf. So befinden sich beispielsweise neben Dachziegeln von 1784, historische Laternen und Bibeln von 1710 in der Sammlung. Die Gesamtobjektanzahl wurde in einem Bericht an den hessischen Museumsverband, vermutlich in den 1980er Jahren, mit 1050 angegeben und liegt derzeit bei ungefähr 1250 Objekten.

Zum Gesamtkonzept gehört die Planung für eine Dauerhafte institutionelle und finanzielle Basis, ein Konzept für die Sicherung und Bewahrung der Museumsobjekte und ein Vermittlungskonzept. Hierzu gehört die Abbildung der Stadtgeschichte von einst einer kleinen Ackerbauernstadt aus den Anfängen bis heute, der modernen Bioernergiestadt.

Ein elementarer Punkt der Arbeit ist es, eine Gruppe von ehrenamtlichen Mitarbeitern zu finden, die das Rauschenberger Museum in der Zukunft unterstützen.

Gemeinsam mit Mitgliedern des KVR, der IG Schlossberg, der Geschichtswerkstatt und weiteren engagierten Persönlichkeiten wird eine neue Dauerausstellung entwickelt.

Wir wollen gemeinsam eine Ausstellung schaffen, mit der sich alle Bürger Rauschenbergs identifizieren können. Darüber hinaus sollen auch den Gästen der Stadt die Themen interessant vermittelt werden. Das Museum soll künftig, in alter Tradition, wieder zu einer Begegnungsstätte werden, die nicht allein den wunderbaren Ausblick beim Turmrundgang bietet.

Das Praktikum bietet Herrn Heimbach eine gute Möglichkeit, seine Fähigkeiten auszubauen und ein interessantes praxisnahes Thema für seine Bachelorarbeit zu wählen.

Habe Sie Lust und Interesse an und in Ihrem Museum mitzuarbeiten, so melden Sie sich an Jörg Näther, Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!, 06425 923929.

Amerikanische Spurensuche

P1030657Zwischen den Jahren besuchte die amerikanische Schülerin Linnea Eberly aus Princeton, New Jersey, USA, ganz gezielt unser Städtchen Rauschenberg. Sie war auf der Suche nach dem „Graebe-Stein“, der von Hiesigen auch „Försterstein“ genannt wird.

Im Jahr 2008 waren deutsche Verwandte bei einem Spaziergang durch unseren Schlossberg zufällig auf die Stele gestoßen, die folgende Inschrift trägt: „Zum Andenken an den Pfleger dieser Anlage Revier-Förster Carl Emil Graebe errichtet von seinen Freunden 1857“.

Der Familienname war es, der das Interesse weckte und inner-familiär zu Nachforschungen anregte und tatsächlich herausgefunden wurde, das Carl Emil Graebe ein Vorfahre war. Dann schlummerte diese Erkenntnis wieder.

In diesem Jahr nun, 159 Jahre nach der Setzung des Denkmales, also ca. 6 Generationen später, nimmt sich die amerikanische Schülerin Linnea Eberly vor, in  einem Kurzfilm – als schulische Projektarbeit (Titel: ‚Auf Spurensuche eines meiner Vorfahren aus Deutschland.“) eine Dokumentation zu erstellen.

Ein Hilfeersuchen erreichte Ludwig Pigulla, Mitglied der InteressenGemeinschaft Schloßberg/Historischer Arbeitskreis der Stadt Rauschenberg, per Internet mit der Bitte, einen Besuch des Denkmals vorzubereiten und im Vorfeld weitere Recherchen zu diesem Gedenkstein zusammen zu tragen. Verschiedene Interview-partner sollten als roter Faden zu dem tatsächlichen Ort hinführen.

So wurden also historische Quellen durchforstet und die einschlägigen Chroniken der Stadt Rauschenberg von Wagner/ Stock, Eduard Bromm und Friedrich Prüser gesichtet. Neue, sachbezogene Informationen durch Dipl.-Archivar Helmut Klingelhöfer, ebenfalls Mitglied der IG, ergänzten das Persönlichkeitsbild des Gesuchten.

Interviewpartner und Locations standen als bald fest, der Platz am ‚Försterstein‘ von Herbstblättern frei gerecht, um einladend zu wirken.

Am Weihnachtsdienstag flog Linnea in Begleitung ihrer Mutter über Hamburg bei Sturmwetter ein und beide schlugen sich mit der Bahn bis Kirchhain Bez. Cassel (vormalige Schreibweise) durch.

Der Nachmittag galt der filmtechnischen Absprache und führte dabei durch die Stadt (Oberförsterei) ins Rathaus-Museum, wobei das Drehbuch der Interviewpartner und Locations festgezurrt wurde.

Begeistert von der spätmittelalterlichen Fachwerkbausubstanz und den historischen Erläuterungen bei der Stadtführung freute sich die Schülerin auf den „Drehtag“.

Dieser begann mit der ersten Befragung vor dem steinernen Treppenturm des Rathauses aus der Zeit der Renaissance (Stein-metz Philipp Soltan 1666) und führte filmbegleitet ins Museum der Stadt. Als Interviewpartner führte Ludwig Pigulla die Schülerin in die politische Situation Hessens bzw. Deutschlands in der Zeit der ersten Hälfte des 19.Jahrhunderts ein, der Wirkungszeit des Revierförsters C.E. Graebe in Rauschenberg.

 

 

Es ist die Zeit der Freiheitskämpfe der Bürger gegen Fürsten für die die Schlagwörter „Wartburgfest 1817“, Georg Büchner (1813 – 1837), Friedrich List (1789 – 1846), das „Hambacher Fest 1832“ und die 1. deutsche Nationalversammlung in der Frankfurter Paulskirche (18.Mai 1848) stehen.

C.E. Graebe schuf  hier in hervorragender Weise mit seinen Freunden den „Schloßberg-Park“ mit seinen Anlagen und großzügigen Wegeführungen. Dazu sei als Literaturquelle Friedrich Prüser (1966) zitiert, der treffend die gestalterische Stärke des aufkommenden Selbstbewusstseins des städtischen Bürgertums umschreibt: „Das ist in doppelter Beziehung ein Denkmal, einmal der Freundschaft und dann des Gemeinnutzes. Der Freundschaft: sie sind nicht genannt, die Freunde des alten wackeren Revierförsters, wohl des Mannes, dem die Hege am Berg unterstand. Revierförster hin, Revierförster her: die Titel haben sich im Laufe der Jahrzehnte im gegenseitigen Wettbewerb gehoben. Jedenfalls war der Revierförster von damals ein angesehener Mann, und dieser hatte ein weites und großes Herz für seinen Wald: über die Maßen muß er es gehabt haben; denn sonst hätten ihm die Freunde wohl kaum dieses Denkmal gesetzt. Das größere ist wohl der Wald selber gewesen: gewiß hat er ihn durch Anpflanzungen gemehrt, Wege gebaut, Durchblicke schlagen, Ruhebänke setzen, an entlegener Stelle vielleicht gar eine Schutzhütte errichten lassen. Er hat nicht nur den Wald gepflegt, sondern auch das, was im grünen Revier kreucht und fleucht. Eine glückliche, gütige Hand hat er gehabt und Ideen, vor allem die eine, große: der Natur zu helfen, aus dem wilden Wuchs eine schöne Anlage zu machen, in der sich jedermann ergehen und gesund werden könnte, an Leib und Seele gesund, wenn ihm der Sinn danach stünde. Gedacht, gesagt, getan: die Anlage am Schloßberg ist in der Hauptsache wohl das Werk dieses Mannes gewesen. Wir vereinen uns mit seinen Freunden, ihm dafür den schuldigen Dank zu sagen.

Seine Freunde? Wer sind sie gewesen, die sich hier verhüllt melden? Wir sagten schon, daß der Revierförster ein wohlgelittener, angesehener Mann gewesen sein muß, der gewiß zu den „Honoratioren“ des Städtchens gehörte. Und sie, der Bürgermeister, der Arzt, der Apotheker, vielleicht gar der oder die Lehrer, der Richter an dem in der Stadt verbliebenen Gericht – es müßte der letzte der Justizamtmänner kurhessischer Zeit gewesen sein - , hatten untereinander ihre Freundschaften, ihre Zusammenkünfte, freudvoll und leidvoll, aber mehr der ersten Art, und da mag in solchem Kreis der Gedanke geboren worden sein, für den Wald am Schloßberg mehr zu tun als das, was als Försterpflicht geboten war. Dieser ganze Freundeskreis wird das Werk getragen haben, das so schöne Früchte zeitigen sollte. Wir können uns von diesem Stein der Freundschaft aus also einen tiefen Blick in die Seele des Städtchens in der Zeit vor gut hundert Jahren tun. Ja, es muß dieser Gedanke noch weiter ausgestrahlt haben, in die Kreise der eigentlichen Bürgerschaft hinein.

Auf keinen Fall dürfen wir sie als einzige dumpfe Masse vorstellen, die im gleichbleibenden Dunkel eines gedrückten Ackerbürgertums oder Kleinleutekaufmanns erstickt wäre. Rege Geister hat es in Hessen zu allen Zeiten gegeben, auch in der breiten Menge der Bevölkerung, und gar nicht selten sind die Fälle, wo aus ihr ein bedeutender Geist emporgewachsen ist. In dem selben Jahr, in dem  die Rauschenberger ihrem Förster Graebe  dieses Denkmal unterhalb der Schloßhöhe setzten, ………“

Regietechnisch führte der Weg zur nächsten, gleichaltrigen Interviewpartnerin in die Bahnhofstrasse. Hier vermittelte in gepflegtem Englisch die Schülerin Paula Tinnemann neust gefundene Sachinformationen: So wurde der ‚Reitende Förster‘ Carl Emil Graebe, oft auch ‚Grebe‘ in den Akten geschrieben, vom Dienstsitz im Revier Bischofferode/Spangenberg nach Rauschenberg versetzt, wo er nun den geänderten Diensttitel „Revierförster“ trug.  Im Jahre 1858 wird diese Stelle als unbesetzt vermeldet. Die Antwort darauf ist dem Text des Försterstein´s zu entnehmen.

Nach einem Rundgang auf dem Rathausturm mit beeindruckendem Blick auf das weihnachtlich beleuchtete Städtchen wartete eine neue Interviewpartnerin auf Linnea und führte sie endlich zum Zielort ihres Besuches. Die Verwandte, die 2008 den Stein für ihre Familie wieder entdeckt hatte, berichtete vor Ort. Eine ehrfürchtige Stille trat plötzlich auf, weil das Ziel der weiten Anreise und des Films erreicht war. Der Mensch Carl Emil Graebe schien plötzlich ganz nah zu sein.

 

Dankbar und sichtbar glücklich stieg die „kleine Forschergesellschaft“ noch zu der Schlossruine auf und bemerkte, dass der ehemals so gepflegte Schloßberg-Park nicht mehr zu sonntäglichen Erholungsspaziergängen einlädt, wie er dies über 150 Jahre für die Rauschenberger und Kurgäste tat, als die Stadt auch noch das Prädikat „staatlich anerkannter Luftkurort“ trug, auch wegen diesem von Carl Emil Graebe angelegten Naturerholungsort.

 

-         Text und Bild Ludwig Pigulla -