Grußwort des Bürgermeisters

Bürgermeister Michael Emmerich

 

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Rauschenberg als Hafenstadt - und der Landgraf war auch dabei


Rauschenberg als Hafenstadt - und der Landgraf war auch dabei

Mai2018 1 250

80 Interessierte waren beim Kulturerlebnistag mit von der Partie

Wenn das Landgraf Carl noch erlebt hätte - auch wenn zumindest sein Double, circa 300 Jahre später gespielt von Ludwig Pigulla, mit von der Landpartie war: 80 Interessierte waren dabei, als am Wohraufer in der Nähe des Rauschenberger Wehres die Nachbildung eines Treidelskahns eingeweiht wurde. Der Kahn ist zwar fest installiert und lädt wie die direkt nebenan aufgestellte Sitzgruppe nicht zur Schifffahrt, aber dafür zum Verweilen ein - und zum Erinnern.

Mai2018 2 250Es war zwar nicht wirklich das Ansinnen Rauschenberger Bier zu trinken, wie des Landgrafen Double - einen Schalk im Nacken sitzend - meinte, dass Carl seinerzeit zu ehrgeizigen Plänen bewogen hat: Anfang des 18. Jahrhunderts einen Kanal durch Hessen bis an den Rhein zu planen. Aber es bleibt die verbindende Idee dahinter erhalten, auch wenn das ehrgeizige Bauprojekt nur von 1710 bis 1723 zwischen Karlshafen und Hümme als Landgraf-Carl-Kanal realisiert und bis zu Carls Tod 1730 noch bis zum Schöneberg bei Hofgeismar fortgeführt wurde.

Und dies ist es, was die Pläne des Landgrafen und die Geschichte der Hugenotten, die auch im Rauschenberger Stadtteil Schwabendorf heimisch wurden, gemeinsam haben: Eine Verbindung nicht nur quer durch Hessen. Eine Verknüpfung, die im Laufe der Jahrhunderte ihrer Relevanz wegen dann mit diversen Verkehrswegen umgesetzt wurde, wie Bürgermeister Michael Emmerich die Bedeutung des Verbindenden für Menschen und  die die Entwicklung der Region betonte - mitunter mit Verkehrswegen, die heute nicht mehr existieren wie der Wohratalbahn.

Das Kultur-Kunst-Projekt des Treidelkahn-Nachbaus, umgesetzt durch den Verein Hugenotten- und Waldenserpfad, greift zwei Dimensionen auf, wie dessen Sprecherin Dr. Renate Buchenauer berichtete: die Geschichte der Hugenotten und die ehrgeizigen, aber unvollendeten Pläne des Landgrafen Carl. Flucht, Exil, Integration in der Fremde - die Geschichte der Hugenotten erscheinen angesichts aktueller europäischer Entwicklungen und Fragen dabei sehr gegenwartsnah.

Mai2018 3 250BMai2018 4 250ei der Einweihung war aber dann doch ein Kahn unterwegs -  und wieder war ein Double im Spiel: ein vom Stadtjugendpfleger Stefan Ulrich und der Spiel- und Bastelgruppe zum rollenden Treidelkanal umgebauter Bollerwagen.

Gemeinsam mit Kindern und Jugendlichen ging es mit diesem unter dem Motto „Auf Hugenottenspuren“ durchs Wohratal und wieder zurück nach Rauschenberg in die Galerie im Glashaus, wo der Kulturerlebnistag mit einem  Arrangement von Kultur und Kulinarischem seinen Abschluss fand: bei piemontesischen Spezialitäten und Süßes zur Kaffeestunde sowie einer Lesung von Inga Blix vom Waggonhallen-Theater-Ensemble in Marburg, die  aus einem zeitgenössischen Bericht unter dem Titel „Auf der Flucht von Metz nach Kassel“ vortrug.

Unterstützt wurde dieser Erlebnistag, der im Rahmen des Europäischen Kulturerbejahres 2018 stattfand,  neben dem Verein Hugenotten- und Waldenserpfad und der Sttadt Rauschenberg von der Entwicklungsgruppe Region Burgwald-Ederbergland.